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Mensch sein - Mensch bleiben | Burnout

Kurzbeschreibung | Symptomatik | Erschöfpung ist eine Berufskrankheit

„Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages  sinnvoll zu ordnen, ist alles andere im Leben ein
Kinderspiel.“ Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, 1749-1832

                                              
 
   

Kurzbeschreibung Burnout

Durch ständige Frustration, das Nichterreichen eines Zieles und zu hohe persönliche Erwartungen an seine eigenen Leistungen kann es zu einem Burnout-Syndrom kommen. Dabei sind die Symptome vielfältig und können individuell unterschiedlich in Bezug auf Auftreten und Ausmaß sein. Die Symptome können Depressionen sein, aber auch physiologische Beschwerden, wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magenkrämpfe oder körperliche Dysfunktionen beinhalten. Typische Symptome sind auch Schuldgefühle, zum Beispiel sich in seinem Beruf nicht genügend einzubringen. Der "Ausgebrannte" erlebt seine Umwelt im allgemeinen als nicht mehr kontrollierbar und zieht sich in der Regel völlig in sich zurück. Hilfe von außen (durch Verwandte oder Freunde) wird kaum noch oder gar nicht mehr angenommen. Der Betroffene muss durch professionelle Hilfe von Psychologen und/oder Ärzten unterstützt werden, häufig in einer Psychotherapie.

Burn-out wird in der im deutschen Gesundheitswesen verbindlichen 10. Auflage der „Internationalen Klassifikation der Erkrankungen“, kurz ICD-10 genannt, als „Ausgebranntsein“ und „Zustand der totalen Erschöpfung“ mit dem Diagnoseschlüssel Z73.0 erfasst.
Das Burnout-Syndrom tritt insbesondere in „helfenden Berufen“ durch hohe Arbeitsbelastung auf (Ärzten, Pflegeberufe, Lehrern, Sozialarbeitern, Erziehern). Dies führt häufig zur Krankschreibung, Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung. Außerdem ist das Burnout-Syndrom zunehmend in Berufen mit hohem Leistungsdruck zu finden (z. B. Manager, Schülern, Studenten) oder bei Menschen, die extreme Anforderungen an sich selbst stellen (insb. Sportler).

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Die Burnout-Symptomatik – Charakteristische Merkmale

Bei Burnout treten zahlreiche Symptome auf. Die hier genannten müssen nicht alle, und nicht in der Reihenfolge auftreten.

Warnsymptome der Anfangsphase

Zunächst gibt es die Theorie, die besagt: „Wer ausbrennt, muss einmal gebrannt haben“.
Auffallende Merkmale der Anfangsphase sind beispielsweise:

  • vermehrtes Engagement für bestimmte Ziele
  • der Beruf wird zum hauptsächlichen Lebensinhalt
  • Hyperaktivität
  • Nichtbeachten eigener Bedürfnisse
  • Verdrängen von Misserfolgen
  • Beschränkung sozialer Kontakte auf einen Bereich, z.B. die Kunden
  • Erschöpfung
  • chronische Müdigkeit
  • Energiemangel
  • Konzentrationsschwäche
Es ist noch nicht erforscht, aber dennoch wahrscheinlich, dass auch akute Überbelastung zu Burnout führen kann.

Reduziertes Engagement

Die völlige Hinwendung zu einem Bereich, z.B. zum Klienten in der Arbeit, kann nach einiger Zeit genau das Gegenteil hervorrufen, nämlich den Rückzug.
Folgende auffallende Merkmale sind zu beobachten:

  • der Patient verliert die positiven Gefühle gegenüber dem Klienten
  • Stereotypisierung
  • Distanzbedürfnis und Meidung von Kontakten
  • Schuldzuweisungen
  • verstärkte Akzeptanz von Kontrollmitteln, Strafen, Medikamenten
  • negative Einstellung und Vernachlässigung der Arbeit
  • verstärkter Rückzug von Problemen mit anderen, oder von der Familie, den Partnern, Freunden etc., da auch in anderen Bereichen Geben und Zuhören zum Problem wird
  • der Patient stellt erhöhte Ansprüche an sein Umfeld und hat häufig das Gefühl ausgenutzt und nicht genug anerkannt zu werden.

Schuldzuweisungen als emotionale Reaktion

Die mit Burnout verbundenen Probleme führen besonders zur Desillusionierung und fordern oft das Aufgeben von wichtigen Lebenszielen. Dies ist sehr schmerzlich und muss verarbeitet werden. Um die Aufarbeitung zu vermeiden, kommt es häufig zu Schuldzuweisungen. Diese kann sich entweder in Form einer Depression gegen sich selbst oder in Form von Aggressionen gegen andere wenden.
Bei Depressionen fühlen sich die Patienten hilflos, sie entwickeln Schuldgefühle und mindern ihr Selbstwertgefühl.
Bei Aggressionen werden verstärkt der Umwelt Vorwürfe gemacht. Beispielsweise werden in der Arbeit Veränderungen blockiert und es kommt häufiger zu Wutausbrüchen.
Bei Depressionen und Aggressionen ist das Burnout meist noch in einem Stadium in dem man die Probleme, wenn man sie ernst nimmt, erfolgreich lösen kann.

Abbau

Burnoutprobleme über längere Zeit steigern das reduzierte Engagement verstärkt zum Abbau, der zunächst in der Arbeit sichtbar wird.
Folgende Symptome fallen hier besonders auf:

  • Desorganisation
  • Unsicherheit
  • Probleme bei komplexen Aufgaben und Entscheidungen, verringerte kognitive Leistungsfähigkeit
  • Verminderte Motivation und Kreativität
  • die Arbeit wird gerne auf den Dienst nach Vorschrift reduziert

Verflachung

Zudem kommt es nicht nur zum Abbau in der Arbeit, sondern auch generell zur Verflachung des emotionalen, mentalen und sozialen Lebens.
Folgende Symptome treten häufig auf:

  • Gefühle wie Gleichgültigkeit, Einsamkeit und Desinteresse
  • Konzentration auf die eigene Person
  • Probleme bei sozialen Kontakten:
    • Vermeidung von Kontakten
    • übertriebene Bindung an eine bestimmte Person
    • ständige Suche nach interessanteren Kontakten

Psychosomatische Reaktionen

Es kommt zu einer Schwächung des Immunsystems und so häufiger zu Infektionskrankheiten. Weitere psychosomatische Erkrankungen sind oft Verspannungen, Schlafstörungen, Kreislaufprobleme, Verdauungs- und Essstörungen sowie bei fortgeschrittener Erkrankung auch Herzkrankheiten und Geschwüre im Magen-Darm-Trakt. Weiterhin kommt gesteigerter Drogenkonsum vor.

Verzweiflung

Ein weiteres Symptom, das überwiegend im Endstadium des Burnout auftritt, ist die existenzielle Verzweiflung. Die Einstellung zum Leben ist überwiegend negativ und das Gefühl der Hilflosigkeit verdichtet sich zur totalen Sinnlosigkeit, die teilweise im Suizid endet.

Zusammenfassung

Fasst man die charakteristischen Merkmale dieses Syndromes zusammen, so ist insbesondere körperliche und emotionale Erschöpfung zu nennen, die durch anhaltende physische und psychische Leistungs- und Antriebsschwäche, sowie den Verlust der Fähigkeit, diese zu regenerieren, gekennzeichnet ist. Ebenso ist eine zynische, abweisende Grundstimmung gegenüber Kollegen, Klienten und der eigenen Arbeit festzustellen. Burnout ist nicht nur ein persönliches Problem des Betroffenen, sondern gefährdet aufgrund seiner „ansteckenden“ Natur das berufliche Umfeld. Auch wenn sich die Prävalenz des Burnout-Syndroms noch nicht feststellen lässt, wird eine allgemeine Steigerung des Burnout-Risikos aufgrund sich verändernder Lebens- und Arbeitsbedingungen erwartet.

Quelle: www.wikipedia.org

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Erschöpfung ist eine Berufskrankheit

Das Arbeitsschutzgesetz von 1998 erkennt psychische Belastungen als Gesundheitsgefährdung an:
Der Gesetzgeber hat die wesentlichen Untergruppen psychischer Belastung mit der Iso-Din- Norm 10075 versehen. Unterschieden wird zwischen folgenden Ermüdungsphänomenen:
Psychische Ermüdung:
Vorübergehende Beeinträchtigung der psychischen und körperlichen Funktionstüchtigkeit. Dauer und Intensität hängt von der vorangegangenen psychischen Beanspruchung ab.
Ermüdungsähnliche Zustände:

Treten als Auswirkungen psychischer Beanspruchung in abwechslungsarmen Situationen auf.
Darunter fallen:

  • Monotonie
  • Psychische Sättigung: Ein Zustand der nervös-unruhevollen, stark affektbetonten Ablehnung einer sich wiederholenden Tätigkeit oder Situation, bei der der Betreffende das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten und nicht weiter zu kommen.
  • Herabgesetzte Wachsamkeit
Laut Gesetz ist der Unternehmer in der freien Wirtschaft verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze vorzunehmen, alle Belastungen, auch psychische zu ermitteln und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen durchzuführen. Er muss selbst dann präventiv tätig werden, wenn die Arbeitsbelastung nicht die wesentliche Ursache für den Gesundheitszustand des Arbeitnehmers ist, sondern lediglich ein teil- oder mitverursachender Faktor.

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